Rivalitäten zum verlieben – von Ivo Sasek
Panorama-Nachrichten Juni 2026
Ich war vertieft in die neueste I-VO-Übersetzung. Jona 4,10 gehörte leider nicht zum Übersetzungs-Repertoire. Dennoch lockte diese Stille-Zeit-Lesung bereits wie eine süsse Rivalität in mir. Am liebsten hätte ich losgepredigt – über den „Sohn einer Nacht“. Denn so nannte Gott den Rizinus in der Geschichte von Jona: „Du bist betrübt wegen des Rizinus (…) der als Sohn einer Nacht entstand und als Sohn einer Nacht zugrunde ging.“ So viele Auslegungen, Wege und mühsame Prozesse gibt es rund um die „Sohnes-Vokabel“. Und doch nimmt sie viel Raum ein in der Bibel. Man denke nur an den „Sohn Gottes“. Hat Gott wirklich einen Sohn? Das Christentum pocht darauf, der Islam und viele andere halten dagegen. Jona 4,10 weist schon seit über 2.500 Jahren schonend auf die Bandbreite dieses biblischen Begriffes hin. Man könnte daher ebenso gut um die Frage streiten: Hat die Nacht einen Sohn? Und der Einfältige könnte darauf pochen: Ja, hier stehtʼs doch, lies es mit eigenen Augen! Jeder etwas Bedachte aber würde sogleich verstehen, dass der Begriff Sohn in der Bibel nicht immer wortwörtlich und schon gar nicht einschlägig zu verstehen ist. Nachdem Jesus vieles über seinen Vater im Himmel und über sich als Sohn geredet hatte, hielt er in Joh. 16,25 fest: „Dies habe ich in Bildreden zu euch geredet; es kommt die Stunde, da ich nicht mehr in Bildreden zu euch sprechen, sondern euch offen von dem Vater verkündigen werde.“ Jesus selber verwendete die Vokabeln Sohn und Vater also primär sinnbildlich und wesenhaft. Nun aber genug dieser ersten süssen Rivalität und zurück zu meiner eigentlichen „Liebesgeschichte“ während der jüngsten I-VO-Übersetzung: Da ich mit zwölf altgriechischen Wörterbüchern zeitgleich arbeite, und dies täglich über Stunden hinweg, kommt dies jeweils einem schriftstellerischen und geistlichen Marathon gleich. Und weil es absolute Konzentration braucht, um jeder Satzkonstellation die aktuell nötige Offenbarungstiefe des Geistes abzugewinnen, erarbeite ich die I-VO jeweils ausserhalb unseres „Front-Bienenhauses“ in Walzenhausen. Nun war es beim letzten Durchgang so, dass im oberen Wohnkomplex meines auswärtigen Arbeitszimmers den ganzen Tag über ein Riesenlärm herrschte. Musik in voller Lautstärke, sodass ich meine Arbeit gerade so gut inmitten eines türkischen Basars hätte verrichten können. Durch die erforderte maximale Konzentration hatten meine Nerven wieder einmal schon nach kurzer Zeit ihren äussersten Spannbogen erreicht. Jeder Versuch, nicht allein an dieser überdimensional lauten Musik, sondern auch noch an dem noch lauteren Dauergeschwätz mehrerer Männer vorbei zu hören, scheiterte zunehmend. Ob ich es wollte oder nicht – mein Herz pochte mit immer grösserer Unwilligkeit. Als der Lärm um 22:30 Uhr allmählich etwas leiser wurde, ging ich zu Bett. An Schlaf war allerdings wieder einmal nicht zu denken, dazu war ich viel zu aufgerieben. Nach draussen ins Gebet mochte ich auch nicht mehr gehen, da es in Strömen regnete und ich ja schon den ganzen Tag über meine Übersetzung mit ständigem Gebet begleitete. So half ich mir einmal mehr etwas gedemütigt mit einer Schlaftablette aus. Weil aber äusserliche und menschliche Hilfsmittel niemals die Wurzel eines Problems lösen können, erwachte ich dann frühmorgens mit einem ziemlich flattrigen Leib, einer aufgeriebenen Seele und einem völlig ermatteten Geist. So achtete ich wie üblich auf das Wirken des Geistes Jesu Christi in mir, was Er nun tun würde. Sein erstes Wirken bestand in der inneren Anweisung, alle herunter geschluckte Empörung loszulassen und abzulegen. Eine gewisse Auflehnung hatte sich eben doch bei mir eingeschlichen, als diese in meinen Augen wilde Horde auch noch ihre Bierbüchsen statt in den Abfalleimer einfach aus dem Fenster warfen. Dies machte nämlich den Anschein, als hätte ich dieselben auf den Vorplatz meines Arbeitszimmers geworfen. Um jenen Frust zu überwinden, hatte ich mich aber tags zuvor zur Liebe entschieden, bin hingegangen und habe all diese Abfälle zusammengelesen und zur Entsorgungsstation gebracht. Ich muss zugeben, dass ich im ersten Moment dazu versucht war, diese leeren Bierdosen kurzerhand auf deren Balkon zurückzuwerfen, gleichsam als Signal − aber irgendwie hat mich die Liebe Gottes zur erwähnten Entsorgungsaktion gedrängt. So sass ich also da in meiner Stillen Zeit und begann, Gott zu danken. Dann proklamierte ich: Ich werde heute in dem neu aufgekommenen Lärm entspannt weiterarbeiten und meine I-VO ohne jeden inneren Anstoss fortentwickeln. Kaum mit der Arbeit begonnen, schaltete sich dann diese lautstarke Musik wieder ein. Und sogleich spürte ich, wie meine innere Bereitschaft, entspannt in diesem Lärm gleichsam „zu baden“, tatsächlich zu tragen begann. Gott offenbarte mir nämlich in jenen Stunden der Nacht, dass man, kraft des Geistes, selbst inmitten solch widriger Umstände, souverän die Oberhand behalten kann. Andererseits kann man sich, mit einer falschen inneren Einstellung, selbst bei grösster Stille innerlich total aufreiben. So arbeitete ich also die ersten Stunden dieses neuen Tages trotz überlauter Musik durch mehrere Verse hindurch. Als ich kurz vor der Mittagszeit realisierte, dass ich wieder einmal keine einzige Pause eingelegt hatte, entschloss ich mich, dies auf der Stelle nachzuholen. Während ich aber mein Arbeitszimmer verliess, begann der Heilige Geist wieder in mir zu wirken. Gewohnt, auch zu tun, was ich den Vater tun sehe, sah ich mich, wie ich die Treppe hochgehe, wie ich an der Tür der Ruhestörer klingle und was ich sagen werde. Ich sah mich dort völlig gelassen und auch darauf gefasst, eine Abfuhr erteilt zu bekommen. In diesem Moment war klar, dass selbst eine solche mich nicht aus der Bahn werfen würde, weil ich die Spur des Drinbleibens in Christus bereits gefunden hatte. So stand ich also in echt vor der Tür und drückte die Klingel. Die Musik war aber derart laut, dass das Klingeln regelrecht in ihr versank. So musste ich jeweils auf eine etwas leisere Musikpassage warten und drückte dann immer wieder schnell den Knopf. Nach längerem Warten öffnete sich dann die Tür und ein mächtiger schwarzhaariger Mann stand vor mir. Nachdem ich herausgefunden hatte, dass er gebrochen Deutsch spricht, liess ich die Worte aus dem Mund, wie ich sie „in der Vorschau“ gesehen und vernommen hatte, und sagte: Wissen Sie, ich liebe diese Musik (was ich auch wirklich tat), aber sie ist so schrecklich laut, dass ich da unten kaum arbeiten kann. Ich wusste in jenem Moment nicht, ob dieser Riese mich nun gleich verdreschen oder zum Teufel jagen würde. Aber das Erstaunlichste geschah gleich zuerst: Dieser Muslim entschuldigte sich auf der Stelle ganz herzlich und begann dann unter Tränen zu erklären, dass eben seine geliebte Mutter von ihm gegangen sei. Dann fiel der Geist der Liebe Gottes auf uns, sodass ich diesen trauernden Mann fest in die Arme nehmen und ihm sagen konnte, wie leid mir das tut. Während dieser Fremde weinte und schluchzte, tröstete ich ihn mit den Worten, dass die Liebe bleibt, und dass Gott ihm über diesen Schmerz hinweghelfen wird. Auch versicherte ich ihm, dass ich für ihn beten werde. Das Nächste, was aus seinem Mund kam, war der Satz: Du kannst jederzeit, 24 Stunden am Tag, zu mir kommen, wenn du irgendetwas brauchst. Dann bot er mir einen Kaffee an, den ich aber um meines laufenden Auftrages Willen dankend ablehnte. Während er nun mit leuchtenden Augen offerierte, nur noch mit Kopfhörern Musik zu hören, musste ich Überzeugungsarbeit leisten, dass eine etwas leisere Einstellung völlig genüge. Eine himmlische Atmosphäre des Friedens und der Einheit war greifbar gegenwärtig. So trat ich denn meine beabsichtigte Pause an und dankte dem Herrn für diese gefühlt schönste Erfahrung an meinem Übersetzungsort. Während meiner Rückkehr zum Arbeitszimmer las ich dann noch eine weitere leere Bierflasche auf meinem Vorplatz zur Entsorgung auf. Gott hatte mir zwischenzeitlich klar- Noch im Taumel der Freude, stellte sich dann aber plötzlich dieselbe laute Musik wieder ein. Im ersten Moment erstarrte ich und überlegte, ob ich jetzt doch nur von einem üblen Kerl verarscht worden bin. Das hätte mich krass irritiert, weil sich ja die Herrlichkeit Gottes über alles gelegt hatte. Keine halbe Minute später aber begann in der oberen Wohnung eine intensive Diskussion. Seine Mitbewohner waren zurückgekehrt und fuhren wie zuvor die Musik hoch. Doch sogleich begann der Trauernde einzuschreiten und so lange auf sie einzureden, bis die Musik wieder ausgeschaltet war. Das war Balsam für meine Seele; nicht aber bloss aufgrund der wieder eingetretenen Ruhe, sondern aufgrund der völlig veränderten Situation. Einmal mehr stand mir vor Augen, wie vielen kostbaren Muslimen ich in meinem Leben schon begegnen durfte. Kostbar deshalb, weil ihre Herzen sich zur Gerechtigkeit hingezogen fühlen, wenn diese sich zeigt; weil sie hinhören können, wenn man sie in aufrichtiger Liebe anspricht; weil sie viel korrekturbereiter sind als das Gros von Christen, die meinen Lebensweg gekreuzt haben – um nicht zu sagen gekreuzigt haben. Freilich gilt die eben gelobte Korrekturbereitschaft wie immer nicht gleich für jeden Muslim. Massive Ausnahmen gibt es ja bekanntlich nicht nur unter ihnen, sondern auch unter sämtlichen Religionen oder Menschenkreisen, bis hin zum Terrorismus. Im grossen Ganzen aber wurde durch dieses Erlebnis meine Liebe zu muslimischen Brüdern ganz neu entfacht und meine Entschlossenheit erneuert, diesen gerechtigkeitsliebenden Menschen ihren Gott nur umso mehr als liebenden Vater und getreuen Freund nahezubringen. War es doch primär die ständige Arroganz jüdisch-christlicher Rechtgläubigkeit in geistlich unmündigem Vorhofwesen, die die Muslime in die Abwehr getrieben haben. Dabei war Mohammed vornehmlich dabei, die Hingabe unter den Willen Gottes wiederherzustellen (Islam = Hingabe). Auch betonte er die Gleichheit aller Menschen vor Gott und den Verzicht auf Stammesdenken. Ebenso erneuerte er gerade den Sinn für soziale Gerechtigkeit, rief zur erneuten Unterstützung der Armen und zum Verbot von Ausbeutung auf. Mit seiner Botschaft von Güte und Barmherzigkeit, von Mitgefühl für alle Lebewesen und dem Glauben an das Jüngste Gericht rief er gerade eine verrottete Welt zu neuer Verantwortung für jedes Handeln auf, während ihm ein längst verweltlichtes Christentum mit ihrem Evangelium der billigen Gnade, Verdammnis androhend, ins Gesicht schlug. Doch all solch verbale Keulenschläge konnten den Gerechtigkeitskämpfer nicht gewinnen. Arrogant waren Juden und Christen aber vor allem So hat sich Gott 1.800 Jahre v. Chr. z. B. durch unseren gemeinsamen Stammvater Abraham als El Schaddai, als der Allgenügsame geoffenbart. Schon seit dem 15. Jh. v. Chr. suchte Gott durch hinduistische Propheten den Sinn für Seine Innewohnung in jedem Menschen ins Bewusstsein zu rufen, zur praktischen Ausgestaltung allerlei ethischen Prinzipien und Pflichten, und dies im Kontext zu den kosmischen Ordnungen (Dharma). Da höre ich den Vorwurf: Ivo, was redest du da, das sind doch lauter Götzendiener, damit gibst du der Vielgötterei eine Stimme. Nein, tue ich nicht. Ich halte mich nur an die apostolische Weisung aus 1. Thess. 5,21: „Prüft aber alles, das Gute haltet fest!“ Diese Weisung gilt es nämlich allen Menschen gegenüber einzuhalten. Doch: „Welchen der Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Und sie haben die getötet, welche die Ankunft des Gerechten vorher verkündigten …“ (Apg. 7,52). Über Hindu-Propheten rückte Gott auch die Gesetze des Karmas, sprich die Gesetze von Ursache und Wirkung, die Zusammenhänge von Geburt und Wiedergeburt ins menschliche Bewusstsein (Moksha), aber auch die Akzeptanz unterschiedlicher Wege zur geistlichen Reife und den Respekt allen Lebewesen und der Natur gegenüber. Im 13. Jh. v. Chr. führte uns Gott über Seinen Abgesandten Diener Mose dann als Jahwe in Seine gesetzmässige Natur ein. Durch ihn rief Er zur Einhaltung göttlicher Gebote, zur göttlichen Moral und Gerechtigkeit, bis hin zur Verantwortung gegenüber Armen und Unterdrückten. Aber auch die Einzigartigkeit Gottes im sogenannten Monotheismus hat er verankert. Buddha rief im 5. Jh. v. Chr. zum willigen Loslassen von allerlei Anhaftungen, Begierden und Illusionen auf. Er betonte den läuternden Charakter der Leiden, um der grundsätzlich menschlichen Unvollkommenheit entgegenzuwirken. Er führte die Erleuchtung zur Überwindung des Leidens ins Bewusstsein der Menschen ein. Er rief zum allgemeinen Mitgefühl, zur Empathie für alle Lebewesen auf, und dies unter ständiger Achtsamkeit und bewusster Wahrnehmung dessen, was im Hier und Jetzt geschieht. Ebenfalls im 5. Jh. v. Chr. arbeitete Gott über den Chinesen Konfuzius an der gesellschaftlichen Harmonie, dem gegenseitigen Respekt, unter verbindlicher Anteilnahme an allerlei Pflichten, Ritualen und der nötigen Bildung. Er motivierte die Gesellschaft dazu, ihr Wissen und den Charakter freiausfliessend zu kultivieren. Er verherrlichte dabei die Familie als Kern der Gesellschaft, lehrte, die Vorfahren gebührend zu ehren, stand beharrlich ein für Moral, Integrität, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit. Zu etwa gleicher Zeit stellte der Sikhismus den 1nen Gott auf den Leuchter, der weder Kasten, Religionen noch Grenzen kennt. Auch er betonte den sozialen Dienst, die Nächstenliebe, die Gleichheit aller Menschen, was jeder damaligen Diskriminierung entgegenwirkte. Hier wurde ein Leben in Ehrlichkeit, der Aufrichtigkeit und nach göttlichen Prinzipien, in gewaltlosem Frieden und Harmonie. Auch über den Zoroastrismus (Zoroaster) rief Gott über dieselben Jahrhunderte hinweg zu allseitigem Frieden, zu Gewaltlosigkeit und Harmonie auf. Aber auch zum respektvollen Umgang mit Natur und Umwelt. Er stellte den Dualismus − den Kampf zwischen Gut (Ahura Mazda) und Böse (Angra Mainyu) − neu auf den Leuchter, und mit ihm unsere moralische Verantwortung und den Glauben an ein Jüngstes Gericht. Er trotzte dabei jedem passiven Schicksalsglauben und betonte jedermanns freie Wahlmöglichkeit, aber auch jedermanns Rechenschaftspflicht. Durch Zoroaster verkündigte Gott den sicheren Triumph des Guten über das Böse. Noch viele weitere Gott-Gesandte könnten hier genannt werden, doch die vorliegenden Beispiele genügen. Als fleischgewordener Logos offenbarte Sich Gott schliesslich durch Jesus Christus als liebender und fürsorglicher Vater aller. Im 7. Jh. nach Christus musste Er dann, um der verratenen Liebe und Gerechtigkeit Gottes willen − sprich wegen neu aufgebrochenen barbarischen, geistlosen und katastrophalen Zuständen − über Mohammed die Unauflöslichkeit strafender Gesetze neu aufrichten. Mohammed versäumte bei aller damals wieder nötig gewordenen Strenge aber nicht, die Menschen auf Jesus Christus hinzuweisen, damit Seine ursprüngliche Botschaft ernst genommen wird. Die Moslems haben, wie wir OCGer auch, primär den christlich getarnten Wölfen im Schafspelz, den diabolischen Zensur- und Verfälschungstheologen, unbeugsamen Widerstand geleistet, nicht aber der ursprünglichen Botschaft von Jesus. Äl-IMRÄN Sure 3.84: „Sprich: ‚Wir glauben an Allah und an das, was zu uns herabgesandt worden ist und was herabgesandt ward zu Abraham und Ismael und Isaak und Jakob und den Nachfahren, und was gegeben ward Moses und Jesus und Propheten von ihrem Herrn. Wir machen keinen Unterschied zwischen ihnen, und Ihm unterwerfen wir uns.‘ “ Dadurch wurden auch Gottes Eigenschaften der bedingungslosen Liebe, Güte und Barmherzigkeit, ja, Sein echtes Vaterwesen indirekt wieder auf den Leuchter gestellt. Die unbeugsam barbarischen Zustände aber zwangen zu durchgreifender Strenge und der Anwendung statischer Gesetze. Anstatt also die jeweils aktuellen Kerninhalte aller Gottgesandten im Fokus zu behalten, haben wir uns dann aber zunehmend über die Gottgesandten selber gestritten. Und während all diesen Diskussionen, um zum Beispiel deren Berechtigung und dergleichen, sind wir immer mehr der Rechtgläubigkeit und Arroganz verfallen. Wir haben dabei völlig aus den Augen verloren, dass es Gott schon immer vornehmlich um unsere Vollendung in der Rechtschaffenheit und nicht nur der Rechtgläubigkeit ging. Jesus wollte natürlich dann auch wieder zu den Moslems kommen, um ihnen den Geist Gottes und die Vollkommenheiten des himmlischen Vaters in sich zu verklären. Ausser Jesus kam tatsächlich nie ein Prophet daher, der Gott betont als herzvollsten Vater offenbart hat. Das charakterisiert Jesus in ganz spezieller Weise. Vor allem aus diesem Grund sagte Jesus, dass nicht 1ner sich an den Vater herannaht[1] ausser durch Ihn. Ja, Er war der Einzige, der uns dazu ermutigt hat, sich an Gott als liebenden Vater heranzuwagen, weil er Ihn wirklich als Vater erfahren und erkannt hat, und weil Er direkt aus dem Vater heraus ins menschliche Fleisch gekommen ist. Anstatt uns also mit den Moslems zu prügeln, ob nun Jesus der Sohn von Gott ist oder nicht, sollten wir ihnen die Augen für die Liebe des himmlischen Vaters – in ihnen – mit all Seinen Vollkommenheiten, Tugenden und Kräften nahebringen. Und ich bin fest davon überzeugt, dass, wenn wir in der richtigen Herzenshaltung aus Gott heraus leben und sprechen, die Moslems die ersten aller nichtchristlichen Religionen sein werden, die ihrer Liebe zur Wahrheit auch noch die Liebe zum himmlischen Vater und zu dem auch in ihnen wohnenden Gott der Vollkommenheiten hinzufügen werden. Zusammenfassend möchte ich also einmal mehr darauf hinweisen, dass Gott nicht nur in allen Menschen lebt, sondern auch durch alle Kulturen und Hintergründe zu der Menschheit gesprochen hat. Wir hätten von ihnen allen das darin enthaltene Gute und Zeitgemässe annehmen sollen. Jesus hat uns die Kraft zur Nächstenliebe bis hin zur Feindesliebe gebracht, die unbedingte Vergebungsbereitschaft. Er hat alle, zu denen Gott je geredet hat, als „Söhne Gottes“ geoffenbart (Joh. 10,33-37)[2] und mit Seinen Predigten primär darauf hingearbeitet, dass wir unsere Körper als Tempel des lebendigen Gottes begreifen, auf dass der Schöpfer des Himmels und der Erde endlich in uns drin und durch uns hindurch leben kann. Jesus hat den Wert jedes einzelnen Menschen als Teil eines Organismus und daher den tieferen Sinn des Begnadigens, des Barmherzig-Seins und jedes nur möglichen Neuanfangs geoffenbart − und tausenderlei mehr. Bis hin zur Heraus-Auferstehung und Überwindung des Todes hat Er uns berechtigte Hoffnung gebracht. Durch Jesus, seine zwölf Apostel und den Nationenapostel Paulus hat Gott dann gleichsam den Sack sämtlicher Prophetien aller Zeitalter zusammengebunden, indem Er uns zur Wiederwerdung im Geist, zur göttlichen Natur und zu den Vollkommenheiten des himmlischen Vaters in uns zurückgerufen hat. Auf diese Stimmen sollten wir daher allermeist hören und deren Botschaft durch uns selbst verkörpern – im Hier und Jetzt! Mt. 5,48: Jesus Christus: „Ihr nun sollt vollkommen SEIN, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.“
Kol. 2,9-10: „Denn in Ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leiblich (in euch) herab 10 und ihr SEID in Ihm Vervollständigtwordene. Er ist das Haupt jeder Gewalt und jeder Macht.“
Phil. 3,21: „Der unseren Leib der ohnmächtigen Schwäche übertragend zusammen gestalten wird mit Seinem Leib der Herrlichkeit, nach der wirksamen Kraft, mit der ER vermag, auch die Allsämtlichen Sich gefügig zu machen.“
Nun segne ich Euch in Dankbarkeit für alles, was Ihr in Gott für uns seid! Wir lieben Euch. Habt keine Rivalitäten, und wenn es doch sein muss, dann nur Rivalitäten zum Verlieben! Euer Ivo [1] „herannaht“ ist im Urtext ein Präsens deponens medium = eine rückbezügliche Form, die auf Eigeninitiative hinweist. [2] „Die Juden antworteten ihm: Wegen eines guten Werkes steinigen wir dich nicht, sondern wegen Lästerung, und weil du, der du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott machst. Jesus antwortete ihnen: Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben: „Ich habe gesagt: Ihr seid Götter“? Wenn er jene Götter nannte, an die das Wort Gottes erging – und die Schrift kann nicht aufgelöst werden –, sagt ihr von dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst, weil ich sagte: Ich bin Gottes Sohn? Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue, so glaubt mir nicht!“ |
Empfehlungen:
Weblinks:









